Aktuelles
4. Platz für Sippe Hirsche
Beim Lauterburglauf, dem ältesten deutschen Pfadfinderlauf, erreichte unsere Sippe Hirsche den 4. Platz.
Herzlichen Glückwunsch!
Termine
16.05. - 20.05., DPV Sippenaktion - Schwarzer Turm
Werra-Meißner-Kreis
19.05., Früühjahrsputz in Neubau
Pfadfinderhütte Neubau
19.05. - 19.12., Trainerbesprechung - Terminplanung
Geschäftsstelle Nürnberg
Besitzungen und Bauten der Andechser
Wir wissen nun bereits grob durch die Geschichte, wie es uns Andechser nach Franken verschlagen hat. Doch treffen
wir immer wieder auf der Straße auf Leute, die ganz verwundert sind, wieso wir Pfadfinder in Bayreuth
„Grafen von Andechs“ heißen, wo die doch eigentlich viel weiter im Süden rund um den Ammersee
ansässig sind. Betrachten wir daher einmal, was wir den Andechsern alles zu verdanken haben (bzw. hatten).
Sicherlich ist Dir die Plassenburg in Kulmbach bekannt. Aber wusstest Du, dass Berthold II., Graf von
Dießen bzw. Graf von Andechs, sie um 1130 erbauen ließ? Später wird er in einer Urkunde daher
auch als Graf von Plassenberg erwähnt.
Rund um Bayreuth
Und auch andere Burgen gehörten zum Besitz der Andechs-Meranier. Im 12. Jahrhundert war die Burg Alten-Trebgast (heute St. Johannis, Bayreuth) in ihrem Besitz und Graf Berthold II. hatte auch die Vogtei über die Güter Seulbitz und Grunau inne. Im Talkessel Bayreuths bauten die Andechser im Bereich des heutigen „Alten Schloss“ eine Feste. Die Familie saß in Bayreuth also viel fester, als die meisten denken oder wissen.
Burgen im weiteren Umfeld
Etwas über den Tellerrand Bayreuths geschaut gibt es weitere Hauptsitze der Andechs-Meranier in unserer Region:
Die Giechburg bei Scheßlitz (südwestlichster Hauptsitz) gehörte ebenso den Andechsern wie die Burg
Arnstein (zerstört). An die Burg Niesten, auf der Otto VIII. (letzter Andechs-Meranier) verstarb, erinnern
nur noch ihre Reste und eine Gedenktafel. Der nordwestlichste Hauptsitz war die Burg Lichtenfels (teilweise
wiederaufgebaut), der nördlichste die Feste Rosenberg über Kronach.
Die Burg Andechs, lange Zeit Stammsitz der Familie, wurde 1248 nach langen Kämpfen zwischen
den Andechsern
und Herzog Otto II., einem Wittelsbacher, zerstört.
Andechser und ihre Klöster
Kloster Andechs
Neben den stets hoch gelegenen und fast uneinnehmbaren Burgen, die sichtbarer Ausdruck des
Herrschaftsbewusstseins der Familie waren, stößt man weit schneller im Zusammenhang mit den Andechsern
auf Klöster. So gründeten die Andechser Anfang der 12. Jahrhunderts ein Kloster, das
Augustinger-Chorherren-Stift Dießen. Auch die Anlagen der Klöster Benediktbeuren und Tegernsee, deren
Vögte die Andechser waren, zeugen von der einstigen Macht der Familie.
In Franken verblieben das von Bischof Otto II. vom Bamberg (Andechser) gegründete Kloster Langheim, das lange
den Schutz der Andechser Grafen genoss und zu ihrer Grabstätte wurde, und der unter Bischof Eckbert, einem
Andechser, erbaute Bamberger Dom.
Als Vögte des Kloster Banz trugen sie durch Stiftungen, Schenkungen und Erbe auch zu dessen Wohlergehen bei,
wenngleich es auch in späterer Zeit zu Streitigkeiten kam.
Stadtgründungen in Oberfranken
Die Andechser trugen auch zur Gründung vieler Orte in unserer Region bei. So wurde durch die
Andechser Lichtenberg, Lichtenfels und Kulmbach gegründet beziehungsweise zur Stadt erhoben. Weismain wurde von
den Andechsern ausgebaut und in Hof gründeten sie neben der heutigen Altstadt (alter Königshof) eine neue
Siedlung.
Gerade für uns Bayreuther waren die Andechser auch interessant: Nachweisbar ist ein Stützpunkt der Andechser
im Bereich des heutigen Alten Schlosses und in einer Schenkungsurkunde von Bischof Otto II. des 9. Novembers 1194
wird Bayreuth erstmals urkundlich erwähnt. Zusammen betrachtet liegt es also mehr als nahe - da die
Gründung Bayreuths in die Zeit Andechser fällt - dass Bayreuth von ihnen gegründet wurde. (2)
Einflussgebiete in der Ferner
Wieder Richtung Süden geschaut – Schwerpunkt wird hier sonst vor allem auf die Andechser in unserer Region gelegt - geht beispielsweise auch die Gründung Innsbrucks auf die Andechser zurück. Die Andechser kontrollierten die Nordalpenpässe nach Bayern, ins Oberinntal, das Pustertal und das Eisacktal bis Bozen. Sie bevogteten das Hochstift Brixen, das nahe gelegene Augustiner-Chorherren-Stift Neustift.
Weiter geht's auf der Erkundungstour...
Nachdem wir nun schon bemerkt haben, dass die Andechser oft im Zusammenhang mit der Kirche auftauchen, wollen wir jetzt unseren Blick genau darauf lenken: Die Andechser und die Kirche
(2) Leider sind durch den Hussiteneinfall wichtige stadtgeschichtliche Dokumente Bayreuths verbrannt, sodass die Stadtentwicklung erst ab 1430 wirklich nachweisbar ist.